Die Teppichknüpfkunst

Teppich aus einem Grab im Pazyryktal in Südsibirien, ca. 500 v. Chr.

Jahrtausendealte Kulturgeschichte

Die Teppichknüpfkunst weist eine lange Geschichte auf und ist seit jeher auf das engste mit der menschlichen Kulturgeschichte verwoben. Die ältesten Stücke werden auf 500 v. Chr. datiert, entstanden als vielseitige Möbelstücke früher Nomadengesellschaften in Vorderasien und der Mongolei und wiesen bereits die Hauptmerkmale orientalischer Teppiche auf. Durch die Asienfeldzüge Alexander des Großen erreichten Teppiche ca. 330 v. Chr. erstmals das Abendland. Vollständig etablieren konnten Sie sich dann ab 700 n. Chr., als die aus Nordafrika stammenden Mauren in Córdoba und Granada eine Dynastie und eine umfassende Teppichindustrie aufbauten.

Seit Jahrhunderten gelten handgefertigte Teppiche unter Sammlern und Liebhabern als eigenständige Kunstwerke, die an Formenvielfalt, Farbenreichtum und Individualität kaum zu übertreffen sind. Kenner auf der ganzen Welt fasziniert die kunsthandwerkliche Perfektion, die zeitaufwendige Herstellung und die lange Tradition, die hinter jedem einzelnen Stück steht. Nutzen Sie die Chance, bei Auctionata außergewöhnliche Originale zu ersteigern und Ihrer Sammlung meisterhafte antike Teppiche hinzuzufügen.

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Vielfalt an Formen, Farben und Techniken

Die hohe Knotendichte eines Ghom-Teppichs

Geknüpft oder gewirkt?

Die Besonderheit handgeknüpfter Teppiche ist es, dass es sich bei jedem Stück um ein echtes Unikat handelt. Jeder Teppich unterscheidet sich durch die Wahl und Anordnung der Musterung, seine Farbe sowie die jeweilige Form. Hochwertige Teppiche werden entweder geknüpft oder gewirkt. Die beiden verbreitetsten Knoten sind der ursprünglich aus der Türkei stammende, eher grobe symmetrische Knoten, auch als türkischer oder Ghiordes-Knoten bekannt, sowie der feinere asymmetrische Knoten, der bei persischen, indischen und chinesischen Teppichen Anwendung findet.

Handgefertigte Teppiche entstehen traditionell zumeist durch die Hand geübter Knüpferinnen, die an einem Tag bis zu 12.000 einzelne Knoten schaffen. Hierzu nutzen sie nicht mehr als ein Hakenmesser, Schere sowie einen Kamm. Mit diesen werden die Knotenreihen und Schussfäden jeweils fest zusammengedrückt. Die Knotendichte ist dabei das wichtigste Merkmal, das über die Lebensdauer, den Wert und vor allem die Qualität des Teppichs entscheidet. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Färbung des Teppichs, der bei wirklich hochwertigen Stücken vollständig durch rein pflanzliche Farbstoffe geschieht. Hierzu nutzt man häufig den Sud zerriebener Walnuss- oder Granatapfelschalen und bedient sich gezielten Farbabstufungen innerhalb einer Farbe, der sogenannte Abrasch.

Teppichknüpferinnen zur Zeit der persischen Kadscharen-Dynastie

Auf die Herkunft kommt es an

Ein handgeknüpfter Teppich erhält seinen Namen durch den originären Fertigungsort. Die Ausgestaltung in Form und Farbe richtet sich dabei nach einer oftmals jahrhundertealten Tradition. Unter den verschiedenen Stilarten wie persisch, afghanisch, pakistanisch, balutsch, turkmenisch, kaukasisch, indisch, tibetanisch, türkisch oder chinesisch nehmen die persischen Teppiche eine dominante Rolle ein. Unter Kennern gelten diese als Höhepunkt der Teppichknüpfkunst, dessen Herstellung auf den Erfahrungen unzähliger Generationen beruht.

Auch afghanische Teppiche genießen einen ausgezeichneten Ruf. Die Khal-Mohammadi- und Afghan-Aqche-Teppiche aus dem Norden des Landes sind zumeist dunkelrot, mit Sternen und stilisierten Blumen versehen und werden aus Wolle, Ziegen- und Rosshaar gefertigt. Anatolische Teppiche aus der Hochburg Konja gelten als den persischen durchaus ebenbürtig. Sie sind mit türkischen Knoten geknüpft und bestehen aus Seide, Tier- oder Baumwolle. Chinesische und tibetanische Teppiche können ebenfalls auf eine sehr lange Tradition zurückblicken. Als Motive werden oftmals taoistische und buddhistische Motive verwendet. Die Teppiche sind oftmals aus feinster Seide gefertigt und wurden im chinesischen Ningxia, Tientsin oder Paotow bzw. im tibetischen Lhasa hergestellt.

Der Orientteppich

Großer und prächtiger Kirman Lavere Teppich, Persien, um 1930

Der König unter den Teppichen

Im Gegensatz zu europäischen Teppichen, die zumeist mittels maschinellen Webstühlen gewebt wurden, zeichnen sich orientalische Teppiche durch ihre langwierige und extrem aufwendige Herstellung in Handarbeit aus. Als die begehrtesten und edelsten Orientteppiche gelten seit jeher die, welche in den persischen Teppichhochburgen Isfahan, Ghom oder Nain geknüpft worden sind. Aber auch Teppiche aus Anatolien, Afghanistan, Indien, Pakistan und der Kaukasus-Region überzeugen durch hervorragende Qualität und meisterhafte Handwerkstradition.

Orientteppiche zeichnen sich neben einer Knotenfeinheit von über 1.000.000 Knoten pro Quadratmeter auch durch ihre charakteristischen Muster aus. Hierbei unterscheiden Kenner zwischen floralen, figuralen und rein formalen geometrischen Mustern, die sich in ihren Ursprüngen an der Ornamentik von Fassadenmosaiken der alten orientalischen Baumeister orientieren. Der Wert eines Orientteppichs wird maßgeblich auch durch die Provenienz bestimmt, die zugleich auch Qualitätsbezeichnung ist.

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Antike Teppiche im Shop von Auctionata

Dyrnak-Gül Jomud Teppich, Turkmenistan, Anfang 20. Jh.

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Großer Keshan-Kork Teppich aus Wolle, Persien, um 1950-1960

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Ausgesuchte Highlights der Teppichkunst

Schwedischer Teppich, ca. 1960, 3,54 x 2,70 m

Schwedischer Kelim von ca. 1960

Kelims sind aufwendig gewebte Teppiche oder Wandbehänge, dessen Schussfaden auf beiden Seiten das jeweilige Muster bildet. Teppiche mit dieser Besonderheit sind vor allem im Iran, Afghanistan und dem Kaukasus überaus beliebt und können auf eine lange Tradition zurückblicken. Die frühesten Kelim-Teppiche werden auf das 13. Jh. geschätzt. Dass auch in Europa herausragende Teppiche dieser Art gefertigt werden, beweist dieser wunderschöne Kelim aus Schweden von ca. 1960.

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Ferahan, Persien, um 1900, 8,85 x 2,85 m

Persischer Farahan von ca. 1900

Farahan-Teppiche sind handgeknüpfte Teppiche höchster Qualität aus der gleichnamigen Provinz im westlichen Iran. Die Teppiche sind sehr robust und verfügen zumeist über aufwendige Rosetten und florale Muster in Pflanzenfarben. Dieser Teppich besteht aus feiner Wolle und weist eine Knüpfdichte von ca. 450 000 Knoten pro Quadratmeter auf. Aufgrund seines hohen Alters von ca. 90 - 110 Jahren und der sehr seltenen Maße, handelt es sich bei diesem Stück um einen begehrten Sammlerteppich.

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