Stammeskunst aus Afrika und Ozeanien

Bembe, „Bimbi“ Figürchen aus Holz Kongo, circa 1890-1900

Indigene Kunst als Vorbild

Lange Zeit als sogenannte primitive Kunst belächelt, steht heute außer Frage, dass die Kunst indigener und von der westlichen Zivilisation unberührter Völker über eine eigenständige Bedeutung und große Ausdruckskraft verfügt. Auch wenn die Werke indigener Künstler ihrer ursprünglichen Nutzung als religiöse Kult- und Ritualobjekte entzogen sind, bestehen diese heute doch vollkommen gleichberechtigt neben Werken der westlich-europäischen Kunst.

Neben der Schönheit und Kunstfertigkeit indigener Kunst wird oft vergessen, welch großen Einfluss diese vor allem auch auf die Kunst der Moderne hatte. Die Stammeskunst aus Afrika und Ozeanien hinterließ deutliche Spuren in den Werken von Künstlern wie Picasso, Gauguin sowie Matisse, die sich von den Formen und der Wirkung der Stammeskunst inspirieren ließen. Stammeskunst aus Afrika und Ozeanien war damit eine der maßgeblichen Inspirationsquellen der Avantgarde, des Expressionismus und des Surrealismus. Durch den formal-ästhetischen Blick der europäischen Künstler wurden afrikanische und ozeanische Objekte zu dem, was sie heute sind: begehrte Kunst.

> Kommende Auktionen ansehen

Sammelgebiet: Tribal Art

Mossi, 4 Fruchtbarkeitspuppen, Burkina Faso, um 1940

Faszinierende Objekte indigener Kulturen

Tribal Art, auch Stammeskunst oder Primitivismus genannt, bezeichnet die Kunst außereuropäischer indigener Völker. Hauptsächlich geht es dabei um Objekte aus Afrika und Ozeanien, im kleineren Maße auch um präkolumbianische und amerikanische Eingeborenen-Kunst. Hierunter findet man ein breites Spektrum an Gebrauchsgegenständen, Waffen, Ritualobjekten, Schmuck sowie religiösen Masken und Fetischen. Neben der künstlerischen Qualität besaßen diese Stücke also immer auch einen ganz praktischen Nutzen und waren fest im Alltag ihrer Erschaffer verankert.

Mit einer kubistisch-minimalistischen, zugleich aber auch sehr kraftvollen Anmutung, erfreut sich die Stammeskunst seit Jahren zunehmender Beliebtheit. Im Vergleich zu Moderner Kunst ist Tribal Art dabei aber nach wie vor vergleichsweise günstig. Vor allem die Verarbeitung, die künstlerische Qualität und die nachvollziehbare Herkunft eines Objekts entscheiden über den konkreten Wert. Immer häufiger kommt es dabei in Auktionen zu Rekordergebnissen, die bei Spitzenstücken die Millionengrenze überschreiten.

> Stammeskunst im Shop ansehen

Stammeskunst im Shop von Auctionata

Ibo Figurengruppe für Zeremonien, Nigeria, 1. Drittel 20. Jh.

> Zum Objekt

Yippae Tanz-/Initiationskostüm der Asmat, Irian Jaya, 20.JH

> Zum Objekt

Kunst aus Afrika und Ozeanien

Yoruba, Mutter-Kind-Figur für den Königlichen Hof, um 1920

Afrikanische Stammeskunst

Als afrikanische Stammeskunst bezeichnet man religiös aufgeladene Ritual- sowie besondere Alltagsobjekte aus Schwarzafrika. Stammeskunst aus Afrika umfasst damit die künstlerische Produktion vieler verschiedener Ethnien und ist entsprechend vielseitig. Gemeinsam ist ihnen aber, dass die Kunst Afrikas stark mit religiösen Festen, Ritualen und Mythen verbunden ist und die Stammeskunst eine Verbindung zur Welt der Götter und Ahnen schaffen soll. Masken, Figuren und Skulpturen sollen Schutz gegen böse Kräfte bieten, vor Krankheiten schützen und Fruchtbarkeit symbolisieren. Aufgrund der bäuerlichen Strukturen und klimatischen Bedingungen sind all diese Objekte zumeist aus Holz oder Stein gefertigt.

Eine Besonderheit der afrikanischen Kunst ist es, dass es keine strikte Trennung zwischen Kunst und Handwerk gibt. Vielmehr hat die Stammeskunst Afrikas zumeist soziale, religiöse oder rituelle Zwecke. Bei den Objekten wurde zwar stets viel Wert auf eine hohe Kunstfertigkeit und ästhetische Schönheit gelegt, aber nicht als reiner Selbstzweck, sondern als Bedingung für ihre eigentliche Funktion im Stammes-Alltag. Zweifelsfrei besticht die Stammeskunst Schwarzafrikas mit einer unnachahmlichen Ästhetik. Jedem Objekt wohnt eine starke Ausdruckskraft inne, welche die Magie Afrikas ausstrahlt.

> Stammeskunst aus Afrika im Shop ansehen

Massim, Kanu-Spritzschutz „Lagim“, Papua-Neuguinea, um 1960

Stammeskunst aus Ozeanien

Unter der Stammeskunst Ozeaniens versteht man künstlerische Alltags- und Ritualobjekte der Melanesier, Polynesier, Maori, Mikronesier sowie der Osterinseln und der australischen Aborigines. Zwar hat sich die Kunst in den verschiedenen Gebieten Ozeaniens unterschiedlich entfaltet, vereinigende Elemente sind aber der enge Zusammenhang mit Religion, Totenkult, Ahnenverehrung und ausgeprägtem Maskenwesen. Die verbreitetsten Stücke sind Holzschnitzereien, Malereien und Webereien in den verschiedensten Ausführungen. Insbesondere Masken spielen in religiösen Zeremonien und sozialen Ritualen eine wichtige Rolle und sind eng mit der ozeanischen Kultur verbunden.

Die wichtigsten Zweige der Stammeskunst Ozeaniens sind die Mikronesische, Polynesische und Melanesische Kunst. Bei der Stammeskunst aus Mikronesien findet man vor allem reichhaltig verzierte Gebrauchsgegenstände sowie ausdrucksstarke Skulpturen und Webereien vor. Melanesische Kunst aus Neu Guinea und den umliegenden Inseln ist charakterisiert durch dekorative Architektur, Skulpturen und Malereien, die sich den Themen Ahnenkult, Fruchtbarkeit und Jagd widmen. Polynesische Kunst dagegen ist berühmt durch die Moai-Statuen der Osterinseln sowie den hermaphroditischen Uli-Würdenträgerfiguren aus Neuirland im Bismarck-Archipel.

> Ozeanische Kunst im Shop ansehen

Highlights der Stammeskunst bei Auctionata

Mumuye, Große Außergewöhnliche „Lagalagana“ Figur, um 1920

> Objekt ansehen

Startpreis 6.000,00 €
Verkauft für (inkl. Käuferaufgeld) 8.047,00 €

Bedeutende „Uli“-Figur, Sammlung von M. de Vlaminck, um 1890

> Objekt ansehen

Startpreis 40.000,00 €
Verkauft für (inkl. Käuferaufgeld) 86.660,00 €

Senufo, Sitzende Weibliche Figur, West Afrika, frühes 20. Jh.

> Objekt ansehen

Startpreis 750,00 €
Verkauft für (inkl. Käuferaufgeld) 6.190,00 €