Die Highlights der Auktion am 21. November 2014

Berliner Mauer, 6 Segmente bemalt
von Ben Wargin & Fred Hahn

Siegfried Wittenburg „Gesichter
der Revolution“, DDR, 1990

Renate Müller, Pädagogisches Spielzeug
„Schildkröte“, DDR, 1968

Erich Menzel, Schichtholzstuhl Modell 50642,
DDR, 1951

Rolf Kurth, Holzschnitt „Laokoon“,
DDR, 1979

Hedwig Bollhagen, Mokkaservice,
HB-Werkstätten, DDR, 1956

Weit mehr als nur Ostalgie

Rolf Kurth, Holzschnitt „Laokoon", DDR, 1979

Design, Kunst und Alltagskultur aus der DDR

Bewusst zum 25. Jubiläum des Mauerfalls veranstaltete Auctionata am 21. November 2014 eine außergewöhnliche Auktion zum Thema Kunst, Kultur und Alltag in der DDR. Hierdurch wurde das überraschend breite Spektrum an Formensprache und Ästhetik der DDR in den Mittelpunkt gestellt. Entgegen bloßer nostalgisch verklärter „Ostalgie“ ging es dabei vielmehr um eine Würdigung der Kreativität, des Improvisationstalents sowie der Schaffenskraft von Künstlern und Designern aus der DDR.

Der Planwirtschaft und des ständigen Ressourcenmangels zum Trotz wurden in der DDR bemerkenswerte und überaus kreative Designikonen und -marken geschaffen. Viele von diesen haben die Wende überdauert, wissen auch heute noch zu begeistern und sind bei Sammlern und Konsumenten sehr begehrt. Nicht ohne Grund hat sich um das gesamte Thema inzwischen eine große Interessengemeinschaft gebildet, die mit großem Enthusiasmus den Kult um Ostprodukte, Design und die damalige Kunst pflegt und lebendig erhält.

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Begehrte Stücke aus dem Osten

Hedwig Bollhagen, Mokkaservice, HB-Werkstätten, DDR, 1956

Moderner Zeitgeist trotz Mangelwirtschaft

Die Erinnerungen an die DDR und den Alltag in dieser müssen nicht von einer nostalgisch verklärten Sicht geprägt sein. Ganz im Gegenteil ist das künstlerische und kulturelle Erbe dieses untergegangenen deutschen Staates bis heute nachhaltig prägend und bedeutsam. Natürlich war die DDR auch Diktatur und Mauer, Ostdeutschland war zugleich aber Heimat, Kultur und besonderes Lebensgefühl vieler Menschen. All dies spiegelt sich in den Produkten, den Kunstwerken und dem Design eindrücklich wider.

Die DDR brachte eine besondere Ästhetik hervor, die sich zum Teil deutlich vom Westen unterschied. Ganze Generationen fuhren mit ihren Trabbis, begannen den Tag mit „bebo sher“-Rasierapparat, „Plaste“-Eierbechern und Nudossi, tranken und aßen von KAHLA-Porzellan, wohnten mit dem MuFuTi und gingen mit dem (Ost-)Sandmännchen schlafen. All dies ergibt ein vielseitiges Gesamtbild, das bis heute zu begeistern weiß. Seinerzeit oftmals belächelt, wissen mehr und mehr Menschen den künstlerischen und designtechnischen Wert zahlreicher Ost-Produkte wertzuschätzen.

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Meisterwerke der DDR-Kunst

Berliner Mauer, 6 Segmente bemalt von Ben Wargin & Fred Hahn

Bedeutende Arbeiten wichtiger DDR-Künstler

Anlässlich des Mauerfall-Jubiläums war es an der Zeit, die kunst-, design- und kulturgeschichtliche Bedeutung von Kunst- und Kultobjekten wichtiger DDR-Künstler in den verdienten Fokus zu rücken. Lange im Schatten der westdeutschen Kunstszene stehend und nach der Wende oftmals nahezu vergessen, verfügte die DDR über eine überraschend lebendige, kreative und nicht selten auch subtil systemkritische Kunstwelt.

Herausragende Beispiele hierfür sind der ausdrucksstarke Holzschnitt „Laokoon“ von Rolf Kurth aus dem Jahr 1979 sowie die eindrückliche Aufnahme „Gesichter der Revolution“ von Siegfried Wittenburg von 1990. Aber auch aus dem Erbe der untergegangenen DDR wurden geschichtsträchtige Kunst-Highlights geschaffen. Zu den Höhepunkten dieser zählen die sechs originalen von Ben Wargin und Fred Hahn bemalten Berliner-Mauersegmente sowie die berühmte Mauerinstallation mit einem Trabant 600 „Escape I“ der Rough Art Zürich.

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Kultobjekte des DDR-Alltags

Erich Menzel, Schichtholzstuhl Modell 50642, DDR, 1951

Prägende Designgeschichte zum Anfassen

Zahlreiche Alltagsobjekte aus der DDR haben zu Recht Ihren Weg in die Designgeschichte gefunden. Mit innovativen Ideen, einer modernen Formensprache und einem zum Teil ganz eigenen Stil, wurden in der DDR Kultobjekte geschaffen, die bis heute bedeutsam sind und sich nicht hinter dem westdeutschen Design zu verstecken brauchen.

Prägnantes Beispiel hierfür ist das elegante und zugleich unverwüstliche Mokkaservice aus den Hedwig-Bollhagen-Werkstätten für Keramik von 1956. Auch die pädagogische Spielzeug-Schildkröte, nach einem Entwurf von Renate Müller aus dem Jahre 1968, beinhaltet neben einem hohen nostalgischen auch einen großen stilistischen Wert. Vor allem aber auch der überaus elegante Schichtholzstuhl Modell 50642 aus dem Jahr 1951 von Erich Menzel zeugt von der überraschend modernen Formensprache vieler DDR-Produkte.

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