Vorwort unseres Experten für asiatische Kunst

Paar Huanghuali-Armlehnenstühle mit Shou-Zeichen, 17. Jh.

Dr. Arne Sildatke: „Schätze chinesicher Tischlerkunst"

„Als Kurator des Auktionszykluses im Dezember 2014, in dem Auctionata der asiatischen Kunst gleich drei Auktionen widmete, war ich hocherfreut, Ihnen feinste chinesische Möbel präsentieren zu können. Den Kern der Auktion bildeten dabei exklusive Möbelstücke der Ming-Dynastie (Losnr. 5-17) aus einer sorgfältig gehegten und gewachsenen Sammlung eines deutschen Diplomaten.

Als ausgesprochener Kenner und Liebhaber brachte dieser die kostbaren Möbel Anfang des 20. Jhs nach Deutschland. Seither befanden sich diese Meisterwerke im Familienbesitz und sind in der Auktion nun erstmals auf dem Kunstmarkt zugänglich. Die frühen Datierungen vieler Stücke sind dabei zum Teil vom Vorbesitzer naturwissenschaftlich untersucht und positiv bestätigt worden. Freuen Sie sich demnach auf Raritäten höchster Güte, die in einer derartigen Dichte und Geschlossenheit mit Sicherheit von äußerster Seltenheit sind!"

> Zu den Auktionsergebnissen

Zeugnisse chinesischer Möbelbaukunst

Gu Hongzhong (910-980 n. Chr.): „Die nächtlichen Vergnügungen des Han Xizai"

Weit mehr als nur Möbel

Die bis heute so bewunderte Möbelbaukunst Chinas erreichte vor allem in der Ming-Dynastie (1368 bis 1644) einen zuvor noch nicht dagewesenen Höhepunkt. Die Möbelstücke dieser Zeit hatten sich endgültig als eigenständige Kunstobjekte im Raumzusammenhang emanzipiert. Folglich schenkte man der konkreten Ausgestaltung, der durchdachten Konstruktion sowie der ausgesuchten Wahl der verwendeten Materialien ganz besondere Beachtung.

Die Möbel des kaiserlichen Chinas wurden zu distinguierten Objekten des damaligen Adels, der Oberschicht und wohlhabender Händler. Diese hatten den Zweck, sowohl den sozialen Status als auch den persönlichen Wohlstand nach außen hin hervorzuheben. Die besonderen sozialen Rahmenbedingungen des antiken Chinas sowie die enormen gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen führten zu einer kulturellen Blüte, dessen Zeugnis die herausragende chinesische Möbelbaukunst darstellt.

Die Highlights der Sammlung in unserer Auktion

Sehr seltenes Huanghuali-Ruhebett
LUOHANCHUANG, 17. Jh.

Huanghuali-Tisch mit „Giant’s Arm Braces“,
17. Jh.

Satz von 4 Huanghuali-Armlehnstühlen,
17./18. Jh.

Huanghuali-Tisch mit Ruyi-Ornamenten,
15./16. Jh.

Huanghuali-Altartisch mit Floraler
Schnitzerei, 16. Jh.

Chinesische Tischler- und Möbelbaukunst

Satz Zitan-Möbel mit Perlmutteinlagen, 19. Jh.

Sammlerstücke in höchster asthetischer Vollendung

Währenddessen die ungebrochene Tradition der Tischlerkunst in China seit jeher höchstes Ansehen genießt, wurden zu Beginn des 20. Jhs insbesondere die chinesischen Möbel der Ming-Dynastie zu überaus begehrten Sammlerstücken unter europäischen und amerikanischen Kunstkennern. Vor allem die wissenschaftliche Arbeit bzw. die Publikation „Chinese Domestic Furniture“ des deutschen Kunsthistorikers Gustav Ecke (1896-1971) machte chinesische Möbel einem größeren Kreis von Kennern und Sammlern bekannt.

Die mannigfaltigen stilistischen Charakteristika früher chinesischer Möbel üben bis heute eine besondere Faszination aus. Die häufig bewusst reduzierte bzw. fast skulpturale Formensprache sowie die Konzentration auf eine höchstmögliche technische und ästhetische Vollendung bieten zahlreiche Schnittstellen mit zeitgenössischen Interieurs. Unverändert wirken chinesische Möbel auch im modernen Kontext zeitlos, elegant und begehrenswert.

> Zu den Highlights der Auktion

Die Meisterstücke der Sammlung

Beeindruckender Zitan-Altartisch QIAOTOUAN, 16./17. Jh.

Zu den absoluten Highlights ist mit Sicherheit der außergewöhnlich edle Zitan-Altartisch aus dem 16./17. Jh. zu zählen. Dieser beeindruckt Sammler und Kenner auf Anhieb mit seiner beachtlichen Länge von über drei Metern. Der Tisch ist aus kostbaren und in China hochgeschätztem Zitan-Holz gefertigt, was darauf schließen lässt, dass sich das Möbel einst in einem Palast oder einem Haushalt der Oberschicht befand.

> Mehr über dieses Objekt erfahren

Seltenes Huanghuali Daybed LUOHANCHUANG, 17. Jh.

Ein weiteres Objekt von beachtlicher Bedeutung ist das große Huanghuali Daybed aus der späten Ming-Dynastie. Dieses ungewöhnliche Stück wird vor allem durch seine eleganten Proportionen charakterisiert, welche die reizvolle Maserung des verwendeten Huanghuali-Holzes perfekt unterstreichen. Ruhebetten dieser Form und Qualität zählen zu den extravagantesten und bei Sammlern begehrtesten Möbeln der späten Ming-Dynastie.

> Mehr über das Objekt erfahren

Paar Huanghuali-„Yokeback“-Stühle, 16./17. Jh.

Diese Huanghuali-„Yokeback“-Stühle mit beschnitzten Zargen repräsentieren einen klassischen Möbel-Typus mit einem charakteristischen Erscheinungsbild. Traditionell waren diese Stühle bedeutenden Gästen und hochrangigen Familienmitgliedern vorbehalten. Die geschwungenen und überstehenden Enden der Rückenlehne verlängerten die Oberkörpersilhouette des Sitzenden und verliehen diesem eine besondere Würde.

> Mehr über das Objekt erfahren

Huanghuali-Tisch mit Wurzelholz, 15. Jh.

Ein frühes Beispiel für Ming-zeitliche Möbel ist dieser Huanghuali-Tisch mit eingelegter Wurzelholz-Platte. Die eleganten Proportionen und das verwendete Wurzelholz deuten drauf hin, dass der Tisch zur Präsentation von Kunstgegenständen genutzt wurde. Das Erscheinungsbild des Tisches wird durch die geschwungenen Stege bestimmt, welche die Beine mit der Unterseite der Tischplatte verbinden - Kennern als „Giant's Arm Braces“ bekannt.

> Mehr über das Objekt erfahren