Vita

Überblick

  • Diplom Designer und Studium der Filmregie
  • Großvater war Teppichhändler
  • Aktuelle Veröffentlichung zur Symbolik von Teppichen unter psychoanalytischen Gesichtspunkten steht unmittelbar bevor
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Auctionata Experte |

Wir möchten Ihnen Benjamin Tholen vorstellen, Auctionata Experte für die Kategorie Dorf- und Nomadenteppiche sowie antike Kelims.

Ein Bild, das in der Ausdruckskraft seiner Formen und vor allen in seinen Farben großen Gemälden der klassischen Moderne in Nichts nachzustehen schien, lag achtlos hingeworfen auf dem welligen Linoleumboden einer winzigen Plattenbauküche. Dieser Eindruck war der Anfang für Benjamin Tholens Leidenschaft für Teppiche.

Ein befreundeter Bühnenbildner hatte dem damals vor allem in der Werbung tätigen Filmemacher den Tipp gegeben, auf seiner Suche nach einem ansprechenden Bodenbelag in der Spandauer Wohnung eines Restaurators vorbeizuschauen. Die Berge von Knüpfarbeiten, die in der kleinen Ladenwohnung ganze Landschaften bildeten, weckten die längst vergessene Erinnerung an den Teppichhandel des Großvaters. Bei diesem Besuch kam jenes Stück zum Vorschein, das der Beginn einer großen Sammelleidenschaft werden sollte: Was der Händler damals als „Kurde“ verkaufte, wurde später als ungewöhnlicher kaukasischer Kazak eingeschätzt und gab - nach dem ersten unmittelbaren Eindruck sinnlicher Freude - Anlass zu  vielerlei Rätseln, die gelöst werden mussten. So kamen zu dem ersten Teppich die Bücher und zu den Büchern weitere Teppiche. Das Interesse des Experten galt und gilt vor allem den antiken Arbeiten und bevorzugt solche bäuerlicher oder nomadischer Herkunft, die im Laufe ihrer wechselhaften Geschichte auch gelitten hatten - Spuren, die ihren ästhetischen Reiz teilweise sogar noch erhöhten.

Zu den Teppichen kamen die Kelims und andere Flachgewebe der Region. Benjamin Tholens Interesse erstreckt sich über den Kaukasus bis nach Usbekistan, Kirgisien, aber auch über das Atlasgebirge - allgemein Gegenden, in denen die Volkskunst noch etwas länger „am Leben“ geblieben war als in den industriellen Zentren.

Für den Filmemacher und Künstler war der Teppich dabei auch als Tür zu einem anderen Verständnis von Kunst wichtig: Die Knüpferin bleibt anonym, ihre kreative Arbeit ist eingebunden in eine gemeinschaftliche Tradition, die einzelne Künstlerin steht nicht im Vordergrund, wird nur als Handwerkerin geschätzt, denn gewissermaßen kommt die Kunst auch nicht von ihr, sondern durch sie.

Als Quelle der Inspiration, als Objekt der Forschung, in Auktionen, Museen, Galerien und natürlich der wachsenden eigenen Sammlung - nachdem ihn „the rug bug“ einmal gebissen hatte, blieb diese Leidenschaft stets ungebrochen. Mit dem über die Jahre erworbenen Fachwissen über Geschichte, knüpftechnische Eigenheiten und Merkmale bestimmter Provenienzen, zeichnet sich Benjamin Tholen als besonderer Experte auf seinem Gebiet aus. 

Benjamin Tholen lebt und arbeitet in Berlin.